17 neue Stolpersteine

Verlegeaktion am 6. Februar 2015

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Vor dem Haus Kanalstraße 8 begann die Verlegungsaktion am 6. Februar 2015. Hier wohnte einst Karl Geiges, von Beruf Schlosser, mit seiner Frau, seinen zwei Söhnen Paul und Karl sowie der Tochter Hermine. Der überzeugte Kommunist, Jahrgang 1883, war von 1926 bis 1928 Stadtrat. Wegen radikaler Äußerungen musste er als Stadtrat zurücktreten. Seine politische Einstellung machte ihn sofort zum Staatsfeind, als die Nazis an die Macht kamen. Ab März 1933 wurde er immer wieder eingesperrt. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er erneut verhaftet und ins KZ Dachau deportiert, wo er am 25. Februar 1945 ermordet wurde. Auch seine beiden Söhne wurden verfolgt und eingesperrt, überlebten aber die Nazi-Diktatur.

Bevor Gunter Demnig den Stolperstein für Karl Geiges verlegte, informierte Stadtarchivar Oliver Fieg über das Leben von Karl Geiges, soweit es bekannt ist. Fieg sagte den Mitarbeitern des Bauhofs für ihre Mitwirkung am eigentlich arbeitsfreien Freitagnachmittag Dank. Werner Geiges bedankte sich bei der Aktion Stoplerstein für die Würdigung seines Großvaters. Zugleich kündigte er an, dass er die Kosten für den Stolperstein übernimmt. Außer Werner Geiges nahmen auch sein Kusin Karl, Urenkel Gregor Bellmann und dessen Tochter Lena an der Zeremonie teil. Später kamen mit Theo Baciu und seiner Frau noch weitere Geiges-Nachkommen hinzu.

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Die nächste Stelle, an der drei Stolpersteine verlegt wurden, war der Gehweg vor dem Haus Kapellenstraße 9. Hier wohnten die beiden Schwestern Ernestine und Ida Nachmann sowie ein entfernter Verwandter der beiden, Max Nachmann.

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Vor dem Haus Bahnhofstraße 15 erinnern fünf Stolpersteine an Mitglieder der Familie Maier.

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Weitere fünf Stolpersteine wurden vor dem Haus Bahnhofstraße 38 für die Angehörigen der Familie Wertheimer verlegt, denen allen schon 1936 die Flucht nach Frankreich gelang.

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Jacques Dienstag, der seinen letzten frei gewählten Wohnsitz in der Bahnhofstraße 44 hatte, war Geschäftsführer des Kaufhauses Knopf in der Kaiserstraße. Als die Kaufhäuser der Freiburger Familie Knopf “arisiert” wurden (das Rastatter Kaufhaus wurde dann von der Familie Duchateau übernommen und war als “KD” vielen Rastattern bekannt), musste Jacques Dienstag seinen Posten aufgeben. Er wurde 1940 deportiert und am 31. August 1942 in Auschwitz ermordet.

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Das gleiche Schicksal wie Dienstag erlitt auch Elsa Dreyfus, die schräg gegenüber in der Bahnhofstraße 27 wohnte. Auch sie wurde 1940 deportiert und 1942 in Auschwitz ermordet.

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