Verlegte Stolpersteine

 Die ersten 13 Stolpersteine in Rastatt

Die ersten fünf Stolpersteine, die am Kantorenhaus verlegt wurden, erinnern an Kantor Hermann Translateur und die Familie seines Nachfolgers Siegfried Simon

Die ersten fünf Stolpersteine, die am Kantorenhaus verlegt wurden, erinnern an Kantor Hermann Translateur und die Familie seines Nachfolgers Siegfried Simon

Die Stolpersteine in der Schlossstraße erinnern an die Familien Wertheimer und Stein

Die Stolpersteine in der Schlossstraße erinnern an die Familien Wertheimer und Stein

Die Gedenksteine für Josef Julius Mayer und seine Frau Cäcilie

Die Gedenksteine für Josef Julius Mayer und seine Frau Cäcilie

 

Am 16. April werden die ersten  Stolpersteine in Rastatt verlegt

 

Ein Jahr nach ihrer Gründung hat die Initiative „Stolpersteine Rastatt“ ein wichtiges Etappenziel erreicht: Am kommenden Dienstag, 16. April, wird der Künstler Gunter Demnig, von dem die Idee stammt, die ersten 13 Stolpersteine in Rastatt verlegen. Mit ihnen wird an Rastatter Mitbürger erinnert, die während der Nazi-Diktatur Opfer des Rassenwahns geworden sind.

Die feierliche Verlegung beginnt um 15 Uhr beim Kantorenhaus, Leopoldring 2, mit dem Schulchor des LWG, der das Lied „Hine ma tov“ vorträgt. Nach der Begrüßung durch Marcel Müller gibt es eine Ansprache von OB Hans Jürgen Pütsch. Pfarrer Ralf Dickerhof, zusammen mit dem SPD-Vorsitzenden Ralf Müller Initiator der Aktion, leitet anschließend über zur Verlesung der Namen und Lebensläufe der Personen, an die mit den Stolpersteinen gedacht wird. Am Kantorenhaus werden Steine für Hermann Translateur, Kantor von 1923 bis 1933, sowie für die Familie Simon (Siegfried, Johanna und die Söhne Wolfgang und Berthold) verlegt, die bis 1939 das Kantorenhaus bewohnte. Die Namen und Lebensläufe werden von Schülerinnen und Schülern des LWG vorgetragen.

Nach einem weiteren Liedvortrag des LWG-Chors wird Gunter Demnig unter technischer Hilfe von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs die fünf Stolpersteine am Kantorenhaus verlegen. Die Feierstunde wird beendet mit einer Ansprache eines Vertreters der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden.

Vom Kantorenhaus geht es weiter zum Haus Schlossstraße 2, wo sechs Stolpersteine zur Erinnerung an die Familien Wertheimer und Stern verlegt werden. Die letzte Station an diesem Tag ist die Josefstraße 5. Dort wohnte Josef Mayer, in Rastatt bekannt als „Mayerseppl“, mit seiner Frau Cäcilie. Der Mayerseppl war nicht nur in etlichen Vereinen aktiv (unter anderem in der GroKaGe, die auch den Stolperstein für ihren einstigen Vorsitzenden spendete), sondern auch ein großer Patriot. Von ihm existieren etliche Gedichte, in denen er seine Liebe zur Heimatstadt Rastatt verewigte. Diese Zuneigung zur Heimatstadt schützte ihn aber nicht vor dem unmenschlichen System. 1940 wurden er und seine Frau ins Lager Gurs deportiert, wo sie 1941 starben.

Dank einer großzügigen Spende einer Rastatter Privatperson, die anonym bleiben will (2400 Euro für 20 Stolpersteine), hat sich das Spendenaufkommen mittlerweile auf fast 6000 Euro erhöht.  Wer sich an der Aktion beteiligen will, kann für 120 Euro die Patenschaft über einen Stolperstein übernehmen. Aber auch kleinere Spenden sind willkommen.  Die Spender werden gebeten, per E-Mail (info@stolpersteine-rastatt.de) mitzuteilen, ob sie eine Spendenquittung wünschen und ob sie mit der Veröffentlichung ihres

Namens auf der Homepage einverstanden sind.